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Freitag, 16. Oktober 2009

Hängen im Schacht

KRIMI TRIFFT KULTURHAUPTSTADT
Zwei Dutzend der besten Krimi-Autoren haben die Europäische Kulturhauptstadt 2010 und das Revier von Duisburg bis Dortmund durchstreift und präsentieren ihre Beutestücke: Krimis über Kohle und Koks, Morde zwischen Baldeneysee und Haus Kemnade, Leckerbissen von Pommes tot-weiß bis zur Pizza 'Ndrangheta.


* Mischa Bach mit der Story über das was man in der Essener Innenstadt und dem Westviertel sieht - und nicht hört: Asphaltgeflüster

* Jürgen Banscherus erzählt von einer eisigen Nacht in der Nähe von Haus Kemnade: Kalt

* Jacques Berndorf mit der Geschichte einer ganz großen Liebe in Dortmund: Kowalski

* Oliver Buslau weiß, welches mörderische Geschehen sich inder Wuppertaler Stadthalle ereignete: Die Wupper-Stradivari

* Volker W. Degener schreibt über einen Bochumer Polizisten, der einen Fall klärt, aber trotzdem unzufrieden ist: An diesem Montag kam er nicht

* Nina George entführt uns in die Dortmunder Nordstadt des Jahres 1961: Die Ballade von Bonnies Kleid

* Peter Gerdes gibt sich als Nordlicht zu erkennen, wenn er von einer Bootsfahrt mit Mord auf dem Baldeneysee erzählt: Essener Dauerlieger

* Brigitte Glaser meint, das Leben ist ein Film - mal Krimi, mal Comedy. Aber nicht nur im Kino dauert das Spiel 90 Minuten, auch in der Gelsenkirchener Arena: Filmriss Auf Schalke

* Henrike Heiland weiß, welche mörderischen Intrigen sich wirklich am Bochumer Schauspielhaus abspielen: Bullets Over Bochum oder: Being Robert DeNiro

* C.S. Henn weiß, dass Alter nicht vor Mord schützt und begibt sich deshalb nach Gladbeck ins Seniorenstift: Denn sie wissen immer noch nicht, was sie tun

* Wolfgang Kemmer fährt mit dem Zug nach Bochum-Dahlhausen, um abzurechnen: Rheingold

* F.K. Klimmek weiß, wie hart das Leben in Herne ist und wie man trotzdem an die Kohle kommt: Hartz 9 mm

* Edith Kneifl folgt einem Mädchen durch ein mörderisches Einkaufsparadies in Oberhausen: Rosenkavalier

* Volker König erzählt von einem mörderischen Weihnachtsspaziergang in Bottrop: Kirchgang

* Erwin Kohl geht in Mülheim zu einer mörderischen Premiere ins Freilichttheater: Die Hölle erwartet dich

* Tatjana Kruse scripted eine reality soap über die Bullen in Bochum: Plönzke und Eberfeld - Die Bochum-Cops - Episode 423: Wattenscheider Wahn

* Conny Lens schaut genau hin und erzählt was passiert, wenn man erstmal in Verdacht geraten ist in Dortmund: … dann hätte ich wenigstens was davon gehabt

* Hartmut Mechtel belauscht zwei Kommissare im Duisburger Polizeipräsidium: Dienstbesprechung

* Edda Minck weiß, wie nah in Sprockhövel Liebe und Tod zusammenliegen: Halb und Halb

* Lotte Minck schaut im Bochumer Stadion ganz genau auf die Halbzeituhr, denn wir wissen ja: Sport ist Mord. Bochumer Eigentor

* Niklaus Schmid erzählt von seinem Duisburger Schnüffler Elmar Mogge. Der entdeckt, dass Verbrechen keine Kunst ist: Entenfang

* Gesine Schulz sucht auf dem Friedhof in Essen-Schonnebeck nach einer Grabstelle und stolpert über einen Mord: Hallo Essen! oder: Grab mit Aussicht
* Klaus Stickelbroeck schickt seinen Cop dahin, wo es wirklich wehtut: nach Duisburg-Marxloh. Grüne Augen

* Karr & Wehner liefern Drogen an den Niederrhein und machen sich dann auf den Rückweg ins Revier: Der Beifahrer

Haben Sie Interesse an Autorenlesungen in Ihrer Stadt? Die Autoren von "Hängen im Schacht" kommen gern zu Ihnen!
Betrachten Sie das ruhig als Drohung ...

H.P. Karr (Hg)
Hängen im Schacht
Das Mordsbrevier fürs Mordsrevier
KBV-Verlag, 260 Seiten
ISBN 978-3-940077-67-7

Samstag, 10. Oktober 2009

Tatort Essen:
Krimi-Spannung aus der Kulturhauptstadt

"Wenn es nicht mehr weitergeht, wenn der Fahrkorb feststeckt und man sich unverschuldet in einer ausweglosen Situation befindet - dann ist eben 'Hängen im Schacht'", erklärt Krimi-Herausgeber H.P. Karr aus Essen. "Und dann liegen sofort Mord und Totschlag in der Luft - die perfekte Ausgangssituation für eine Kriminalgeschichte."

Unter diesem Motto hat H.P. Karr, bekannt durch seine mit Walter Wehner verfassten und mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichneten "Gonzo"-Romane zwei Dutzend Experten für mörderisch guten Unterhaltung zu einer Tour durchs Kulturhauptstadtgebiet zwischen Duisburg und Dortmund eingeladen. Herausgekommen ist die Anthologie "Hängen im Schacht", die jetzt zur Buchmesse erscheint.

"Angefangen von Eifelkrimi-König Jacques Berndorf bis hin zu den Revier-Newcomerinnen Minck und Minck sind sowohl die Altmeister des Revierkrimis als auch neue Talente vertreten", erklärt H.P. Karr. Darunter etwa der Essener Autor Volker König mit "Kirchgang", einem Weihnachtskrimi aus Bottrop.
Von Peter Gerdes stammt die Baldeneysee-Story vom "Essener Dauerlieger" und Mischa Bach erzählt vom "Asphaltgeflüster" rund um das Berufskolleg für Gehörlose im Westviertel. Als dritte Essener Autorin steuerte Gesine Schulz "Hallo Essen!" bei. Ihre Story führt die detektivische Putzfrau Karo auf der Suche nach dem Grab einer Karl-May Figur direkt auf den Hallo-Friedhof in Schonnebeck.

Natürlich hat H.P. Karr es sich auch nicht nehmen lassen, als Teil von Karr & Wehner auch selbst eine knallharte Gangstergeschichte beizusteuern: "Der Beifahrer" ist ein junger Bursche aus dem Segeroth, der mit seinem Kollegen von der Drogenkurierfahrt nach Essen zurückkehrt.


H.P. Karr (Hg)
Hängen im Schacht
Das Mordsbrevier fürs Mordsrevier
KBV-Verlag, 260 Seiten
ISBN 978-3-940077-67-7

Mittwoch, 16. September 2009

Nina George:
Die Ballade von Bonnies Kleid

Tatort: Dortmund


Dortmund, Nordstadt, 1961
In der Feuerkugel war die Hölle los. Die Hälfte der Gäste grölte mit Vico Torriani Kalkutta liegt am Ganges, die andere Hälfte bemühte sich mindestens in der selben Lautstärke, an dem zweiunddreißig Meter langen Tresen eine Bestellung bei den heißesten Barpritschen der Nordstadt loszuwerden. Dazu ging ständig die Tür zu der Kellerbar, und ließ neue Nachtschwärmer ein, die auf der Dortmunder Reeperbahn, zwischen der Bahnunterführung und der Mallinckrodtstraße und dem Steinplatz und in den Bordellen der Linienstraße und den Bars wie dem Kapellenhof, dem Bollermann und dem Schmuckkästchen, nach etwas suchten, was ihren Lebenshunger stillte. Die Kriegsjahre drückten den meisten noch auf die Seele, und sie wollten ihre Jugend nachholen, die ihnen gestohlen worden war, an den Flaks und in den Gräben, sie wollten einen Ausgleich für ihre verlorenen Arme, Beine und Hoffnungen.
Die ewigen Frolleins, deren Verlobte nie von den Feldzügen zurück gekehrt waren genauso wie die Vergessenen, die heimgekehrt waren, und einen anderen Mann an der Seite ihrer Geliebten vorfanden.
Bonnie schob die Herrengedecke - Hansa-Pils und Sekt - auf den Pass und beugte sich dann zu dem Mann, der sie mit gasflammenblauen Augen bittend von jenseits der Theke ansah. »Du bist immer noch verheiratet, Jo«, sagte sie sanft.

weiter in: Hängen im Schacht

andere Stories aus Dortmund:
Jacques Berndorf »Kowalski«
Conny Lens: »...dann hätte ich wenigstens was davon gehabt.«

Die Autorin:
Nina George
, geboren 1973 in Bielefeld, lebt und arbeitet als Publizistin, Kolumnistin, Journalistin, Dozentin, Moderatorin und Schriftstellerin in Hamburg. Ihre Krimi-Karriere begann sie 1999 mit »Kein Sex, kein Bier und jede Menge Tote«. Unter ihrem Pseudonym Anne West veröffentlichte sie bisher dreizehn Sachbücher rund um Liebe, Sex und den Wahnsinn Leben.
Foto: Hans-Jürgen Israel